Grundschule Kissing

Speed Dating der Sportvereine

 

Bewegung ist Leben. Doch viele Kinder bewegen sich einfach zu wenig. Um dem entgegenzuwirken, hat sich Rektor  Hermann Kollmansperger etwas Besonderes einfallen lassen.

Regelmäßige Bewegung hat positiven Einfluss auf die motorische Leistungsfähigkeit, die kognitiven Fähigkeiten und damit auch auf die schulischen Leistungen. Dies beweist die „Studie tägliche Sportstunde“ der Uni Karlsruhe, die Birgit Dethlefsen vom Bayerischen Landes-Sportverband e.V. am letzten Donnerstabend den Eltern in der Aula der Grundschule vorstellte. Doch die Realität sieht anders aus: 14,8 Prozent der drei bis 17-Jährigen sind übergewichtig. Diese Zahl ist in den letzten zehn Jahren um die Hälfte angestiegen. 35 Prozent können bei Schuleintritt keine zwei bis drei Schritte rückwärts gehen. Dethlefsen rät deshalb den Eltern, dass das tägliche Bewegungspensum eines Kindes im moderaten Intensitätsbereich liegen sollte: Mindestens dreimal in der Woche sollten sie sich körperlich bewegen. Mit dem Sportunterricht in der Schule ist es aber nicht getan. Deshalb sollen sich Kinder im Ortsverein eine Sportart suchen, die zu ihnen passe. Dethlefsen bedauert: „Viele Eltern legen den Schwerpunkt eher auf die Fächer Deutsch und Mathematik. Da wird der Sport zum Nebenschauplatz!“ Auch die Logistik ist für viele eine Herausforderung. Dreimal in der Woche zum Sportverein hinfahren und wieder abholen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Doch das muss nicht sein. Denn auch in der Nähe gibt es viele tolle Vereine. Davon konnten sich die Eltern nun beim ersten „Speed Dating“ der Grundschule ein Bild machen. „Ich freue mich, dass wir so viele interessante Sportangebote aus Kissing dabei haben“, begrüßte Rektor Hermann Kollmansperger die Gäste.

Sechs Sparten verschiedener Vereine konnte er dazu gewinnen. Jede hatte zehn Minuten Zeit. Als erstes waren die Fußballer an der Reihe. Jugendleiter Günther Dichtl stellte alle Mannschaften, die Trainer und die Trainingsmöglichkeiten der Fußballabteilung des Kissinger Sportclubs vor. Direkt an der Paartalhalle befindet sich der Platz zum Trainieren. Vom 22. bis 25. Mai kommt die Fußballschule zum KSC – eine tolle Möglichkeit, einmal Fußballluft zu schnuppern. Die Radsportler stellten sich mit einem Film mit dem Titel „Akrobaten auf zwei Rädern“ vor. „Diese Sportart ist noch relativ unbekannt“, sagt Radball-Trainer Alfred Keller. „In Deutschland gibt es nur 300 Vereine.“ Mit einem normalen Fahrrad habe das nichts zu tun. Der Lenker hat eine spezielle Form und es gibt keine Bremse. Der ideale Einstieg für Radball sei für Jungen im Alter von sieben bis neun Jahren. Räder und Bälle stellt der Verein im Training bereit. Kunstradfahren sei dagegen eher etwas für die Mädchen. Für manche Übungen brauche man da schon mal zwei bis drei Jahre, bis man sie optimal beherrscht.

Auch der Tennisclub Kissing bietet tolle Trainings für Kinder an. Der Vorsitzende Harald Rinderhagen freut sich, mit Markus Häusler einen Top- Jugendtrainer gefunden zu haben. Einsteigen können Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren in der Ballschule. Ab 10. März kann zudem jeden Samstag von 9 bis 10 Uhr geschnuppert werden. Für Kinder von sechs bis 14 Jahren bietet Häusler ein Tennistraining an, das auf der Ballschule aufbaut.

Wer lieber in der Halle trainiert und gut mit dem Ball umgehen kann, ist beim Kissinger SC in der Abteilung Handball gut aufgehoben. Anke Kroll vom Jugendleiterteam stellte das Angebot vor. Kinder ab fünf Jahren können dort von Anfang an viel Spaß haben. Je nach Alter werden die Mannschaften zusammengestellt. Trainiert wird in der Paartalhalle. Im Sommer wird auch Beach-Handball gespielt.

Über 800 Mitglieder, davon 400 Kinder zählt die Turn- und Gymnastikabteilung des Kissinger SC, weiß die Abteilungsleiterin Beate Colditz. Das Angebot ist breit gestreut: von Akrobatik und Wettkampfturnen bis zum Ropeskipping und verschiedenen Tanzgruppen kann sich jeder das suchen, was ihm gefällt. Am 28. April zeigt die Turnabteilung zum 50-jährigen Bestehen in einem Turnzirkus ihr Können.

Wer sich gegen andere verteidigen möchte, der ist beim Aikido richtig. Jugendleiterin Sandra Rettenberger stellte den Verein vor. Geeignet ist Aikido für Kinder ab sechs Jahren, also genau richtig, wenn sie in die Schule kommen. Jeden ersten Freitag im Monat kann man zum Schnuppern vorbeikommen. Kissing hat also gezeigt, wie bunt die Vereinswelt ist. Jetzt haben die Eltern und die Kinder die Qual der Wahl.

Text und Foto: Sabine Roth, Friedberg

 

 

 

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